Joseph Sharp: Quitting Crystal Meth
Kapitel 3 S. 34 von 99

Trigger und das Craving

Ein Lied, das Du zum ersten Mal beim Konsumieren gehört hast, läuft im Radio. Oder eine Person, mit der Du mal feiern gegangen bist, kommt aus dem Lebensmittelladen, als Du gerade hinein gehen willst. Es kann so harmlos sein wie der Strohhalm, den Dir die Kellnerin neben den Eistee legt. Irgendjemand von diesen Leuten, irgendeiner dieser Orte oder eines dieser Dinge kann Erinnerungen an Dein „altes“ Leben hervorrufen, als Du noch konsumiert hast. Diese Erinnerungen – sie werden auch "Trigger" (Auslöser) genannt – verändern typischerweise wieder Dein Denken über den Konsum. Dieses Denken an den Konsum ruft dann im nächsten Schritt häufig eine Sehnsucht hervor, einen Drang, den man als "Craving" bezeichnet.

Craving ist also ein sehr starkes Verlangen, die Droge plötzlich wieder konsumieren zu wollen. Und falls man sich dieses Gefühl ungehindert ausbreiten läßt, ist der Schritt zum Rückfall häufig nicht mehr weit.

Der Ablauf - wenn nicht verstanden und an den richtigen Stellen unterbrochen - ist einfach zu merken: Trigger … Gedanke … Craving … Konsum

Erfolgreich mit Crystal aufzuhören, hat viel damit zu tun, dieses starke Verlangen zu kontrollieren und die Abfolge von Trigger-Gedanke-Craving-Konsum zu durchbrechen. Wir werden uns einige gute Strategien hierfür im nächsten Abschnitt „Was tun?“ anschauen. Vorerst reicht es erst einmal zu wissen, dass man mit diesen Triggern und dem starken Verlangen rechnen muss. Keine Sorge – man kann gut mit ihnen umgehen, ohne rückfällig zu werden. Tatsächlich sind Trigger und Craving Teile des Heilungsprozesses.